Erstmalige Verluste nach jahrelangem Erfolg: Wie sich die deutsche Fitnesswirtschaft 2020 entwickelt hat

Das Thema Gesundheitsbewusstsein ist ein zunehmend wichtiger Faktor in der Gesellschaft. Dazu gehört die Leistungsfähigkeit des eigenen Körpers mithilfe von Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung. Dadurch sind Fitness und ein aktives Gesundheitstraining heute mehr als jemals zuvor im Lebensstil der Menschen inkludiert. Aus diesem Grund konnte die Fitness- und Gesundheitsbranche in den letzten Jahren eine sehr erfolgreiche Wirtschaftsleistung abrufen. Diese erfolgreiche Entwicklung endete jedoch 2020 mit Beginn der Coronapandemie und den diesbezüglich behördlich angeordneten Schließungen der Fitnessstudios und Gesundheitsanlagen. Das hatte Einiges zur Folge!

Bereits vor der Corona Pandemie war die Gesundheits- und Fitnessbranche für den Alltag unverzichtbar. Die Fitnessstudios waren eine große Bereicherung für alle, die auf ihre Gesundheit achten, sich in Bewegung und fit halten wollten. Der wöchentliche Besuch im Fitnessstudio zum Kraft- oder Cardiotraining war für einige nicht mehr wegzudenken. Nun waren die Fitnessstudios teilweise über einem Jahr geschlossen und das nehmen nicht nur die ehemaligen Besucher, sondern auch die Studios selbst wie folgt wahr.

Seit Beginn der Coronapandemie im März 2020 und den daraus folgenden angeordneten Schließungen waren die Fitnessstudios mehrere Monate am Stück geschlossen. Ebendies wirkte sich negativ auf die Studios aus und die Branche machte nach jahrelangem Erfolg erstmalig Verluste. Da die Mitglieder der Fitnessstudios nicht mehr trainieren konnten, haben viele ihre Mitgliedschaft in den Studios gekündigt. Im Vergleich zum Zeitraum vor den Maßnahmen im Jahr 2019 gab es einen Verlust von 11,6% aller Mitgliedschaften deutschlandweit.

Nicht nur die Mitgliederzahlen in Fitnessstudios zeigen sich rückläufig, sondern auch die Reaktionsquote[1]. Die deutschlandweite Reaktionsquote sinkt um 1,6 Prozent – von 14,0 Prozent im Jahr 2019 auf 12,4 Prozent im Jahr 2020. Seit der Pandemie ist jedoch nicht nur das Fitnesstraining eingeschränkt, sondern auch alle anderen Trainingsarten, wie zum Beispiel Fußball oder Turnen. Da auch die anderen Sportarten im Lockdown nicht ausgeübt werden konnten und ebenfalls mit Mitgliederrückgang kämpfen müssen, bleibt bleibt Fitnesstraining auch 2020 die mitgliederstärkste Trainingsform mit insgesamt 10,31 Mio. Mitgliedern.

Durch die Schließungen der Fitnessstudios und den dazukommenden Mitgliedschaftskündigungen kam es zu einem Umsatzrückgang von 24,6% und 1,35 Milliarden Euro auf 4,16 Milliarden Euro im Fitness- und Gesundheitstraining in Deutschland. Der Umsatz über die Mitgliedsbeiträge beträgt 3,81 Milliarden Euro Netto und somit 91,5% des Gesamtumsatzes.

 

Fitnessstudios

Abbildung 1: Entwicklung von Umsatz und Reaktionsquote 2015-2020

Aber nicht nur die Mitgliedschaften wurden weniger, sondern auch die Anzahl der Fitnessanlagen selbst. Durch die Verluste sind insbesondere kleine Studios insolvent gegangen und mussten ihre Studios schließen. Die Anzahl der Fitnessanlagen liegt bei 9.538 und es sind seit Beginn der Pandemie 1,4% der Fitnessanlagen weggefallen. Diese 9.538 Anlagen sind aufgeteilt in 90,4% „gemischte“ Anlagen mit Frauen und Männern und 9,6% Anlagen exklusiv für Frauen.

 

[1] Diese ist der Anteil der Mitgliedschaften einer Fitness- oder Gesundheitsanlage in Relation zu der Gesamtpopulation eines Gebietes in Prozent.

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